Alles, was Recht ist: Urheberrecht für Produktbilder

Für Kunden ist es ganz einfach: Sie wollen am besten mehrere aussagekräftige Produktbilder, auf denen sie wichtige Details gut erkennen können. Aus Händlersicht kommt neben der Herbeiführung der Kaufentscheidung auch noch die Abwendung möglicher Abmahnungen dazu – denn nicht jedes Bild eines Produktes, das im Internet herumgeistert, darf auch im eigenen Shop verwendet werden.

Inzwischen gibt es Crawler, die das Netz anhand von unsichtbaren Wasserzeichen oder anderer Pixelverteilung nach unrechtmäßig verwendetem Bildmaterial durchsuchen. Nicht umsonst sind Heerscharen von Rechtsanwälten darauf spezialisiert, die Rechte der Bild-Urheber zu wahren – und so ein Fund auf den eigenen Seiten kann für Websitebetreiber teuer werden.

Viele Hersteller sorgen hier vor: Sie liefern zusätzlich zur Ware auch passendes Bild- und Beschreibungsmaterial. Hier ist die Verwendung im eigenen Shop rechtlich unbedenklich – aber nicht immer entspricht das frei zugängliche Produktbild auch den eigenen Vorstellungen oder dem einheitlichen Erscheinungsbild des eigenen Shops. Und noch wichtiger: Auch die weitergehenden Nutzungsrechte für die Darstellung auf Marktplätzen wie Rakuten sind hier nicht immer inbegriffen. Daher sollte eine solche Verwendung des Bildmaterials vorher mit dem Hersteller abgeklärt werden.

Das Urheberrechtsgesetz

Den gesetzlichen Schutz von Bildern regelt das Urheberrechtsgesetz: Zuerst bestimmt der § 13 UrhG, dass Werke ohne die Einwilligung des Schöpfers grundlegend nicht entstellt werden dürfen und die Persönlichkeitsrechte des Urhebers gewahrt werden müssen, z.B. durch Namensnennung. Die Verwertungsrechte werden in § 15 UrhG im Einzelnen aufgelistet; in §§ 16 ff. UrhG werden dazu die Umstände beschrieben, unter denen Bilder verwertet, vervielfältigt, verbreitet und veröffentlicht werden dürfen. Wichtig sind generell auch:

  • Markenrechte: Wenn die Marke zur Werbung für das eigene Produkt dient, muss bezüglich der Markenrechte beim Hersteller nachgefragt werden. Wenn es sich um ein Produktbild handelt, können auch von Markenprodukten problemlos Aufnahmen erstellt werden.
  • Persönlichkeitsrechte: Abgebildete Personen wie Models müssen ihre Einwilligung zur Veröffentlichung erteilen.

Bei gekauften Bildern unterscheidet man dazu das sogenannte lizenzpflichtige „rights managed“ (RM) Material von lizenzfreien Bildern, „royalty free“ (RF).

  • Lizenzrechte: Beim Kauf und der Verwendung von Bildern aus sogenannten Stock-Archiven wie Fotolia, Shutterstock o.ä. gelten die jeweiligen Nutzungsbedingungen, die auch bei Lizenzkauf die Nennung des Fotografen und/oder der Plattform sowie die (Nicht-)Genehmigung zur kommerziellen Verwendung regeln.
  • Lizenzfreie Bilder: Der Unterschied zu lizenzierten Bildern ist, dass für lizenzfreie Bilder nur einmal bezahlt werden muss und die Bilder danach unbegrenzt verwendet werden können – allerdings immer nach der vertraglich vereinbarten Zitierweise.
  • Creative Commons: Diese Bilder sind dank uneingeschränkter Bildrechte frei und kostenlos verwendbar. Je nach Richtlinie muss hier allerdings mindestens der Name des Fotografen angegeben werden.
  • Kostenlose Bilder: Hier gibt es entweder niemanden (mehr), der Urheberrechte geltend machen kann, oder der Urheber verzichtet zugunsten der Allgemeinheit auf seine Rechte am Bild („public domain“).

 

Quellen:
http://www.bildersuche.org
http://de.creativecommons.org
http://hoesmann.eu/
https://www.rechtambild.de